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Familie Keßler

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GeStaPo- Information zur Familie Kessler


Louis Kessler ist das jüngste von zehn Kindern der Eheleute Moses und Lina Kessler.
Die Eltern heirateten 1876 in Siegen, zogen jedoch kurz darauf nach Plettenberg, wo sie dann auch 1877 und 1879 ihre ersten beiden Kinder zu Welt brachten, Augustus und Karl.
1881 folgte dann das dritte Kind Hermann, der wie die zwei nächsten Kinder, Hugo und Frieda, in Siegen zur Welt kam, jedoch verstarb Hermann bereits im Alter von etwa einem Jahr. Als Paula, ihr sechstes Kind, zur Welt kam lebten sie bereits in Gießen, wo dann auch ihre letzten vier Kinder, Friedrich, Alexander, Helene und Louis, das Tageslicht erblickten. Später (1931) verstarb im Alter von 80 Jahren dort auch Moses.
Moses war Besitzer einer Pferdemetzgerei, wie viele Juden damals, seine beiden Söhne Karl und Louis haben später auch gemeinsam eine Pferdemetzgerei, sowie eine Wirtsstube und eine Pferdehandlung, betrieben.
Karl starb bereits 1928, nachdem er versucht hatte, ein Zertifikat zu bekommen das es ihm erlauben sollte, nach Palästina zu flüchten, weswegen Louis später alleiniger Besitzer ihrer Betriebe wurde.
Das viele Juden ein Handelsberuf ausüben lässt sich auf das Mittelalter zurückführen, denn dort war es Juden verboten, Handwerksberufe auszuführen, weswegen sie dann mit Waren und Geld handelten, um auch ihr Einkommen zu erwerben.
Augustus, Paula und Friedrich wurden kurz vor Beendigung des Krieges 1945, im April für Tod erklärt, man weiß nicht genau wo und wodurch sie gestorben sind.
Hugo wurde entweder nach Majdanek, das erste Konzentrationslager das in Polen errichtet wurde, oder nach Sobibor, auch ein Vernichtungslager in Polen, deportiert, wo er dann auch 1942 ums Leben kam. Auch Frieda wurde deportiert, jedoch nach Auschwitz, wo sie dann 1944 gestorben ist.
Louis, der jüngste der Geschwister, der übrigens aus der Familie verstoßen wurde, da er die Tochter von Augustus heiratete, wurde auch Deportiert, danach verlaufen seine Spuren jedoch im Sande, weswegen man auch nicht weiß wo und wann er gestorben ist. Einzig und allein Helene gelang es dem NS Regime zu entkommen, indem sie nach Israel flüchtet und dort bis zu ihrem Tod 1954 mit ihrem Mann, Gustav Königsthal, und ihren Kindern lebte. Sie ist die einzige von acht Geschwistern die den Nationalsozialismus überlebte!
So wie Familie Keßler, erging es vielen Familien, sie wurden durch den Nationalsozialismus voneinander getrennt, wenn nicht sogar fast ganz ausgelöscht.
Dies ist die Geschichte von Lois Keßler und seiner Familie, an die hier erinnert wird.

Traute Fries, 2011
Fotoquelle: AMS
Quellenangabe: GB BA Berlin,Thiemann, Walter: Von den Juden im Siegerland, Siegen 1968,Dieterman, Klaus: Jüdisches Leben in Stadt und Land Siegen, Siegen 1998,Piorr, Ralf Hg): Ohne Rückkehr, Essen 2012, S. 79
Verlegedatum Stolperstein: 16.12.2010
Verlegeort Stolperstein: Kornmarkt 32, Siegen


Educache "Auf den Spuren der Siegener GeStaPo" Jugendparlament der Stadt Siegen, verantw. Stadtjugendring Siegen e.V.

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