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Fanni Rosenthal

Stolperstein Siegen Rosenthal Fanni geb HochmannRosenthal, Fanni geb. Hochmann
Nachname: Rosenthal
Vorname(n): Fanni
Geburtsname: Hochmann
Geburtstag: 06.04.1908
Geburtsort: Mannheim
Wohnort(e): Mannheim;  Hundgasse 26 (heute Nr. 22), Siegen
Religion: jüdisch
Fluchtziel(e): nicht geflohen
Deportationsdatum: 27.02.1943
Haftort(e): KZ Auschwitz
Todesdatum: unbekannt
Todesort: KZ Auschwitz

Biografie: Die Nachforschungen zu Fanni Rosenthal geb. Hochmann erwiesen sich als schwierig. In der regionalen Literatur wurde ihr Vorname bisher immer mit Fanni angegeben. Das mag mit dem gleichen Geburtstag beider Schwestern zusammenhängen; möglicherweise geschah die Verwechslung auch deshalb, weil eine Cousine Fanny Hochmann zur selben Zeit in Siegen lebte. Letzte Forschungen haben ergeben, dass es sich um Sara Rosenthal handelt, die von 1935 bis zu ihrer Deportation 1943 in Siegen in der Hundgasse 26 (heute Nr. 22) lebte . Der Vorname Fanni auf dem Stolperstein müsste daher durch Sara ersetzt werden. Da vermutlich beide Schwestern den Tod im Holocaust fanden, soll somit beider hier gedacht werden. Die Familie Julius Hochmann lebte von 1907 bis 1911 in Mannheim. Der Beruf des Vaters wurde mit Hausierer, später Kaufmann angegeben.
Sara Rosenthals Ehemann Philipp wurde am 14. April 1899 in Znin/Regierungsbezirk Bromberg/Provinz Posen (heute Znin/Polen) geboren. Er war mit seinen Eltern vor dem Ersten Weltkrieg nach Gelsenkirchen-Buer verzogen. Dort heiratete auch das Paar am 8. Februar 1935, nachdem Philipp Rosenthal schon einmal 1934 in der Hundgasse 41 in Siegen wohnhaft gewesen war. Er war von kleiner Gestalt und arbeitete als Schneider. Philipp Rosenthal kam am 31. Juli 1942 bei einem Verkehrsunfall in Weidenau, Ecke Giersbergstraße/Heinrichstraße, ums Leben. „Schädelbasisbruch infolge Verkehrsunfall“ ist im Sterberegister zu lesen. Eine Nachricht in den Zeitungen erschien damals nicht, obwohl Berichte über tödliche Unfälle einen breiten Raum einnahmen. Es halten sich bis heute Gerüchte, nach denen der Tod nicht durch einen Unfall verursacht worden sei. Nachdem der Nachbar Franz Braun zur Beerdigung des jüdischen Schneiders gegangen war, soll er Schwierigkeiten mit der örtlichen Gestapo bekommen haben.
Das Ehepaar lebte sehr zurückgezogen im Untergeschoss des Hauses Hundgasse 26. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod ihres Mannes zog sich Sara Rosenthal völlig zurück. Sie gehörte mit anderen jüdischen Menschen zur dritten und letzten Deportation aus Stadt und Kreis Siegen. Niemand von ihnen überlebte diesen Transport am 27. Februar 1943 nach Auschwitz-Birkenau.

Klaus Dietermann, 2012
Fotoquelle: AMS
Quellenangabe: GB BA Berlin Thiemann, Walter: Von den Juden im Siegerland, Siegen 1967; Dietermann, Klaus: Jüdisches Leben in Stadt und Land Siegen, Siegen 1998
Verlegedatum Stolperstein: 13.09.2012
Verlegeort Stolperstein: Hundgasse 22, Siegen

Educache "Auf den Spuren der Siegener GeStaPo" Jugendparlament der Stadt Siegen, verantw. Stadtjugendring Siegen e.V.
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